Wie umgehen mit Leid, das uns betrifft?

Das Kreuz tragen<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-dietikon.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>209</div><div class='bid' style='display:none;'>3637</div><div class='usr' style='display:none;'>100</div>
Eine Mutter kommt auf ihre Tochter zu und sagt ihr: „Ich war beim Arzt. Er hat mir mitgeteilt, dass ich Krebs habe. Offenbar gibt es bereits Metastasen in der Leber und anderweitig im Bauch“. Oder zwei Polizisten stehen vor der Haustüre eines Vaters und teilen ihm mit: „Ihr Sohn ist heute Morgen mit dem Töff auf einer vereisten Stelle in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt ...“ Oder da ist ein Lehrling, der das zweite Mal durch die Abschlussprüfung „gerasselt“ ist – wie soll er es seinen Kollegen sagen, die alle bestanden haben?
Ein Leben ohne Enttäuschung, Leid und Schmerz. Das würden sich viele wünschen – am besten von der Wiege bis zur Bahre immer happy, immer erfolgreich, immer positiv eingestellt, immer beliebt, immer wohlhabend ... Aber gibt es dieses IMMER? Gibt es ein Leben, das sich ununterbrochen auf der Sonnenseite des Lebens abspielt? Ist nicht gerade gelingendes Leben – was auch immer das sein mag – „immer auch von aussen bedroht und immer auch von innen gefährdet“?

Vier Evangelisten berichten vom Leiden und Sterben Jesu. Wir können unser eigenes Leben wie in einem Spiegel im Leiden und Sterben Jesu anschauen. Wir können uns fragen: Wo wird unser Leben von innen gefährdet – z. B. durch Ängste, die uns beherrschen und unbewusst vielleicht auch manipulieren? Wo wird unser Leben von aussen gefährdet – durch Menschen, die uns angreifen oder sogar fallenlassen und verraten? Wer solche Dinge in seinem Leben wahrnimmt, stellt schnell vor der Frage: Wohin mit entsprechenden Erfahrungen und Gefühlen von Ohnmacht, Enttäuschung, ja vielleicht auch Wut?

Wir können uns in solchen Augenblicken und Lebensphasen am Kreuz festhalten – wie der Mann auf dem Bild von Els Grieder. Unsere linke Hand mag dann mit dem Zeigefinger nach oben gerichtet sein. Und unsere rechte Hand mit dem anderen Zeigefinger nach unten. Wohin richten wir uns aus? Nach oben, nach unten – dann, wenn uns und unserem Leben etwas Leidvolles zustösst?

Am 20. März sind Sie um 14.30 Uhr im Kirchgemeindehaus herzlich dazu eingeladen, an der Vernissage der 14 Bilder teilzunehmen, die die Dietiker Künstlerin Els Grieder als Kreuzwegstationen gemalt hat. Die Bilder werden dann bis einschliesslich Karsamstag (31. März) in der Reformierten Kirche zu sehen sein. Die genauen Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Die Bilder von Els Grieder sind aber in diesem Jahr nicht die einzige Möglichkeit, wie Sie sich auf die Passionszeit bzw. die Karwoche einstimmen können: Am 25. März um 17.00 Uhr lädt das Kammerorchester La Folia alle Kommenden dazu ein, die Vertonung der „Sieben letzten Worte Jesu unseres Erlösers am Kreuze“ von Joseph Haydn sowie das „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi anzuhören. Wir können so musikalisch die Fragen an uns heranzulassen:

Können und wollen wir unser Leid und unsere Erlösungsbedürftigkeit im Angesicht des Leidens Jesu Christi betrachten? Wie gehen wir mit dem Leid dieser Welt um – und auch mit unseren persönlichen leidvollen Erfahrungen?
Autor: Elmar Bortlik
Autor: Doris Zürcher     Bereitgestellt: 26.02.2018      
aktualisiert mit kirchenweb.ch